Der Broch von Mousa
befindet sich auf der kleinen, gleichnamigen Insel, 1 km von Sandwick
an Mainlands Ostküste entfernt. Man erreicht sie auf einem kleinen
Boot in 20 Minuten. Der Broch ist um 100 v. Chr. erbaut, 13 m hoch und
unten 18 m im Durchmesser. Er stellt das besterhaltene Beispiel dieser
Gebäudeart dar. Die Außenmauern verjüngen sich bis zu
einer Höhe von 10 m. Dann werden sie, wie die Innenmauern,
senkrecht. Der Innenhof hat einen Durchmesser von 6 m.
Im 3. Jh n. Chr. wurde der Broch in ein Radhaus umgebaut. Innen sieht
man
Ansatzstellen für ein Holzgebälk. Es gab anscheinend
mehrgeschossige
Holzkonstruktionen. Ab einer Höhe von 2 m wurden in das darunter
solide
Mauerwerk Kammern zwischen Außen- und Innenmauern eingelassen.
Dort
finden sich heute sechs Galerien, die durch eine schmale Treppe
verbunden
werden. Diese Treppe kann man, mit einer vor Ort erhältlichen
Taschenlampe
bewaffnet, besteigen bis auf die Mauerspitze. Dort führt ein
Mauergang
um den Turm herum. In den Wänden nisten teilweise Vögel. Noch
1153 hielt der Broch einer kurzen Belagerung von Earl Harold Maddadson
stand.
Er meinte, dies sei „an unhandy place to get at“ by attack.
Aber nicht nur der Broch lohnt die Überfahrt. Zwischen anderen
weniger interessanten Ruinen hindurch kommt man auf einem praktisch
nicht markierten Pfad durch die Brutstätten von Polarseeschwalben,
die mit erheblichem Lärm um einem herum kreisen. Wenig weiter
sieht man von einem Aussichtspunkt aus eine Kolonie Seehund, die
angeblich größte Europas. An dem Revier der Raubmöwen,
den skuas, vorbei geht es schließlich zum Fähranleger
zurück. Nicht nur die skuas können den Menschen angreifen,
auch die Polarseeschwalben (arctic tern) sind gefährlich, wenn man
ihren Nestern zu nahe kommt. Dann hebt man die Arme oder einen
Stock und zieht sich wieder zurück.
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